2 wöchige Rundwanderung im Juni 2016

Hallo! Eva und ich sind grad von einer wunderbaren 2-wöchigen Rundwanderung durch’s Valle Maira zurück. Nachdem wir vor etwa 12 bzw. 8 Jahren bereits dort gewandert sind, war es somit unser 3. Mal und es war genau so eindrucksvoll wie damals.
Da wir in Norddeutschland leben und die DB den Nachtzug eingestellt hat, haben wir uns etwas schweren Herzens entschieden, per Flugzeug über Mailand anzureisen. Von dort hat man die Möglichkeit per Bus direkt vom Airport Malpensa weiter nach Turin zu fahren (2 Stunden, € 22,-) oder den Bus zum Hauptbahnhof zu nehmen und dann per Zug nach Turin. Preis in etwa gleich, die Zug- Fahrt dauert ca. 30 Minuten länger. Mit Bus-Umstieg in Cuneo kamen wir dann hungrig und genau richtig zum Abendessen im Cavallo Bianco an. Dort fühlen wir uns jedes Mal rundum wohl.
Haben uns entschieden, den 1. Tag in Dronero zu bleiben und den Tag genutzt, um uns bei der Tourist Information eine aktuelle Liste der Unterkünfte im Tal zu besorgen und sehr gut zu essen im Rubino Rosso (Mittagsmenü für günstige € 17,-) .
Am nächsten Morgen ging es dann los! Wir lieben es, anstatt mögliche Quereinstiege weiter hinten im Tal zu wählen, die Wanderung in Dronero zu starten. Nach etwa 20 Min. muß man ein wenig aufpassen um den richtigen Abzweig nach links zur Kirche S. Maria nicht zu verpassen. Von dort weiter fädelt man dann bald in den “offiziellen” Weg ein und folgt nun den gelben Markierungen. Schöne alte Wege durch Kastanienwälder.
Die gesamte Strecke auf dieser Seite des Tals ist bis auf wenige Ausnahmen gut markiert. Bei der Rückwanderung auf der anderen Talseite allerdings sind die Markierungen teils äußerst spärlich und manchmal auch verwirrend angebracht. Speziell auf Etappe 12 von Palent nach Celle di Maccra war all unserer Indianer-Spürsinn gefordert. Mitwanderer haben das bestätigt.
Generell unstimmig überall sind häufig die Zeitangaben auf den Wanderschildern.
Unsere ersten Etappen hießen St. Anna / Pagliero / Camoglieres und dann haben wir uns gefreut, mal wieder Maria begrüßen zu können. Auf dem Weg dorthin haben wir uns spontan entschieden, eine etwas andere Variante des Weges zu wählen: bei der Kirche San Peyre sind wir zunächst kurz abgestiegen nach Paschero und dort über Arneodi den blau-gelben Zeichen folgend direkt nach S. Martino aufgestiegen (30 min kürzer als die im Buch beschriebene Variante, deutlich steiler).
Weiter geht’s nach Elva. Unterkunft im angenehmen L’Artesin. Bislang haben wir überall sehr gut gegessen, die Küche im Artesin möchten wir besonders hervor heben. Und die Freundlichkeit der Menschen dort!! In Elva gibt es einen Laden, in dem wir uns mit Wurst, Käse, Brot und Schokolade für die nächsten Wandertage eindeckten.
Anstatt nach Ussolo haben wir uns entschieden, im Agriturismo Al Chersogno zu übernachten. Auch dort wurden wir besonders herzlich empfangen und bekocht. Die gute Mama hat zwischen Vorspeisen und den Nudeln noch Käse-Polenta serviert, so dass wir den Hauptgang anschließend kaum mehr geschafft haben.
Von dort war es dann eine sehr lange Etappe (7 Stunden) bis Ponte Maira. Ein nächster Ort, an dem wir uns so wohl gefühlt haben, dass wir gleich 2 Nächte blieben. Super Essen, bestes Frühstücks-Buffet, schöne Zimmer, herzliche und hilfsbereite Gastgeber, unsere heimliche Nr. 1 der Unterkünfte. Den Tag dort haben wir gut genutzt, um ohne Gepäck vorbei an den Quellen der Maira nach Campo Base (Mittagessen!!) und zurück zu wandern. Herrlich!
Da das von mehreren Mitwanderern hochgelobte Rifugio di Viviere leider voll war, sind wir zum Übernachten noch 30 Minuten weiter gelaufen nach Chialvetta. Auf dem Weg dorthin haben wir allerdings Cafe getrunken in Viviere und zumindest kurz die Schönheit und Freundlichkeit des Platzes genossen.
Bei bestem Wetter ging es über die Gardetta ins Rifugio La Meja. Bei unseren ersten beiden Wanderungen war es noch geschlossen, nun Mitte Juni hatten wir Glück und konnten die einzigartige Lage und das ebenfalls seeeehr leckere Essen geniessen. Von dort weiter über 2 hohe Pässe mit grandioser Fernsicht in die Seealpen und anschließendem 1200 m Abstieg (Uffff!!) Haben uns für Übernachtung in Torello im Agriturismo Lou Bia entschieden. Junge Menschen, Ziegen, selbstgebackenes Brot, Salat und Gemüse aus dem eigenen Garten. Toll!
Andere Wanderer sind 30 Minuten weiter nach Finello gelaufen, und auch von denen hörten wir nur allerbestes über das Abendessen dort. Ach, man kann nicht überall gleichzeitig sein.
Unsere letzten beiden Etappen führten uns über Palent nach Celle di Macra. Von dort fuhr uns der Sherpa Bus nach Dronero.
Hinter uns lagen 13 herrliche Wandertage (davon 2 mit Regen), überall sehr gutes Abendessen und meistens auch ausführliche Frühstücke, freundliche Gastgeber, wir hatten zudem noch das Glück, lustige Mitwanderer zu treffen, mit denen wir uns bestens verstanden und abends zusammen gesessen haben.
Unbedingt dran denken sollte man, ausreichend Bargeld dabei zu haben. Ab Camoglieres keine Karten-Zahlung möglich. Für 2 Personen muß man im Posto Tappa (Hüttenschlafsack dabei haben!) mit ca. € 100,- incl. Wein rechnen, bei Übernachtung im Zimmer ca. € 130,- bis € 150. Lunchpaket extra.
Der Weg ist in gutem Zustand, nur zwischen Palent und Maccra etwas zugewachsen.
Heinrich und Eva


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@Heinrich Ciao Heinrich. Danke für den tollen Bericht. Da es mittlerweile bereits Zeitgenossen gibt, die die touristische Entwicklung im Tal negativ bzw. zu weitgehend empfinden, würde mich euer diesbezüglicher Eindruck interessieren. Offensichtlich kennt ihr das Tal auch noch aus früheren Zeiten. Viele Grüsse


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@Lago16

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    Was wir in den 2 Wochen mitbekommen konnten, verläuft die touristische Ent wicklung im Valle Maira völlig in Ordnung. Man muß allerdings bedenken, dass wir im Juni und somit nicht in der Hauptsaison dort waren. Es waren nicht besonders viele Wanderer unterwegs, tagsüber haben wir oftmals stundenlang keinen Menschen gesehen und abends waren die Quartiere zwar ganz gut besucht, aber bis auf 1 mal nie ausgebucht. Das mag im August anders sein.
    Im Vergleich zu unserer 1. Rundwanderund vor 11 Jahren gab es deutlich mehr Unterkünfte. Die wir besuchten, haben sich alle dem “sanften” Tourismus verschrieben, es gibt keine Auswüchse an evtl. hässlicher Architektur, Fast Food usw. Die Betreiber waren durch die Reihe alle nett und das Essen immer gut bis sehr gut. Wir fühlten uns willkommen, die Menschen haben sich richtig gefreut dass Deutsche, Schweizer, Belgier usw. ihr Tal besuchen. Besonders erwähnen möchte ich noch die Freundlichkeit der Betreiber der kleinen Läden in Dronero: Käseladen, Pasticeria, Weinhändler.
    Natürlich spielt der finanzielle Aspekt bei den Betreibern der Posto Tappas / Rifugios eine große Rolle, und das ist ja auch in Ordnung. Sie haben viel Geld und Arbeit in die teilweise Wiederherstellung von alten Häusern gesteckt. In Andeutungen haben wir mitbekommen, dass da wohl auch eine Menge Subventions-Gelder vom Staat reingeflossen sind und dass dieses kritisch gesehen wird von manchen, aber dazu weiß ich zu wenig.
    Mehr Aufmerksamkeit muß gelegt werden auf bessere Wegmarkierungen auf der Flussabwärts gesehenen rechten Talseite (Rückweg) und diejenigen, die die Entfernungsschilder aufgestellt haben wußten manchmal nicht genau, was sie taten. Oftmals stimmen die Zeitangaben überhaupt nicht.
    Insgesamt: Alles prima und wenn man, so wie wir, auch noch Glück mit dem Wetter hatte können wir das Valle Maira nach wie vor weiterempfehlen.
    Heinrich

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