Erfahrungsbericht GTA Süd (Etappen 28-52) im Herbst 2020

Es waren einmal mehr wunderbare, abwechslungsreiche und beglückende 24 Tage auf der GTA!
Gerne teilen wir unsere Erfahrungen der Etappen zwischen Salbertrand und Colle di Tenda/Limone zu herbstlichen Covid-Zeiten (9.9.2020 bis 2.10.2020) mit anderen Wandersleuten.

Kartenmaterial:
Die Kombination der digitalen offline-Fraternalikarten (1:25 000) auf dem Handy und der analogen National Geographic Karten (2019) hat sich als hilfreich erwiesen. Wir haben uns auch bei Nebel nie verirrt. Die Wege schienen uns generell besser gepflegt, markiert und öfters begangen als an vielen Stellen im Nordteil der GTA vor zwei Jahren. Die Übersichtskarten haben wir zur Gewichtsreduktion zu Hause gelassen, unterwegs in Unterkünften studiert und teils fotografiert.

Generelles zu Saison, Routenwahl und Unterkünften:
Generell fühlten wir uns zu dieser herbstlichen Randzeit und trotz Covid sehr willkommen. Wir waren mehrheitlich die einzigen Gäste in den Unterkünften. Das Wetter war abwechslungsreich, oft klare Sicht, heiss bis sehr kalt. Seit Jahren scheint der 15. 9. ein Stichtag zu sein an dem viele Unterkünfte generell oder unter der Woche schliessen, da die Schulferien in Italien zu Ende sind. Etliche Unterkünfte, die länger offen halten möchten, haben das Nachsehen, da die GTA teils ‚unterbrochen‘ ist. Dieses Jahr mit Covid scheint sich diese Situation noch verschärft zu haben. Winterräume und Bivacci sind teils wegen Covid geschlossen (Hüttenwarte anfragen). In Winterräumen kann weder gekocht noch geheizt werden. Mit kreativen Lösungen und der Unterstützung einiger Wirte (‚La Pace‘ in Sambuco, ‚La Meiro‘ in San Magno und Hüttenwartin Malinvern) haben wir es trotzdem bis nach Limonetto geschafft. Die Unterkünfte haben unsere Routenwahl beeinflusst und Anfang Oktober haben wir aufgrund der Schweizer Quarantäneregeln für Ligurien und wegen des Unwetters am Colle di Tenda das Projekt ‚ans Meer zu Wandern‘ auf ein anderes Jahr verschoben.
Das Mitführen eines kleinen, leichten Daunenschlafsackes und eines eigenen Kopfkissenbezuges hat sich als praktisch herausgestellt. Es gab aber auch Hütten (z.B. Rif. Barbara Lowrie) in denen nach allen Gästen die Bettbezüge gewaschen wurden.

Weghinweis Etappen 51/52 - Variante:
Da die Unterkunft in Palanfrè geschlossen war, wählten wir die GTA Variante von Trinità nach Limonetto: Dem Torrente Bousset nach Süden folgen, Passo della Mena, fantastischer Ausblick auf dem nahegelegenen Gipfel 2237m, Lago del Frisson, Lago degli Alberghi, Passo di Ciotto Mien. Wir fanden diese Route sehr attraktiv und durchaus machbar bei trockener Witterung. Steiler Aufstieg zum Passo della Mena in einer steilen Grasflanke, gut sichtbar und gepflegt. Alles gut markiert. Aufstieg zum Passo di Ciotto Mien ist gut, aber nicht ganz durchgängig mit Stahlseilen gesichert.

Ergänzende Informationen zu den Unterkünften:
Etappe 34:
Rif. Barant, Hüttenwart Luca sagt die Hütte sei offen bis zum Wintereinbruch, auch unter der Woche. Keine fixen Öffnungszeiten. 0121 19 76 278 stimmt, die andere Nummer (Bätzing 2018) ist nicht in Betrieb.
Etappe 37:
Hotel Chalet Seggiovia (Maddalena) ganzjährig geöffnet
Rif. Alevè (Castello) 2020 geschlossen
Rif. Savigliano (Sellette) 2020 geschlossen
Rif. Grongios Martre (Bosco dell’ Allevè) ev. offen auf genug frühe, telefonische Voranmeldung
Rif. Bagnour (Lago Bagnour) sieht sehr gemütlich aus. Ab 15.9. nur an WE offen.
Etappe 38a:
Posto tappa San Martino Tel: 348 879 56 85, Nummer in Bätzing (2018) nicht in Betrieb.
Alternative, wenn San Martino ausgebucht: Locanda Napoleonica in Bassura, zu empfehlen. Die Etappe verlängert sich um 500m Abstieg.
Etappe 39a:
Posto tappa Celle di Macra. Sehr freundliche Pächtersleute, die auch den Laden betreiben. Locanda Maraman (nicht verwechseln mit dem neuen Rif. Maraman in San Magno, Etappe 40a)
Etappe 40a:
Posto tappa Santaurio war geschlossen.
Rif. Maraman war montags geschlossen.
La Meiro hat extra für uns geöffnet, sehr zu empfehlen!
Etappe 41a:
Neues Rif. Fauniera an der Strasse zum Colle di Fauniera, teils auch im Winter offen. Tel. 388 129 51 74. Ist auf den Karten nicht eingetragen.
Etappe 45:
Posto tappa Santuario Sant’Anna di Vinadio hat 2020 Mitte September die Saison trotz schönstem Wetter beendet. Übernachtungsausflug nach Vinadio. Ev. Mitfahrgelegenheit mit Bauarbeitern, einzelnen Tagesausflüglern möglich oder Taxi bestellen.
Etappe 47:
Posto tappa Terme di Valdieri heisst neu Casa Savoia. Dependance zum Grande Albergo Royal delle Terme. Sehr freundlich, frisch renoviert, war Ende September 2020 offen. Tel. 327 011 65 45
Etappe 48:
Rif. Genova-Figari Winterraum war offen.
Etappe 49:
Posto tappa San Giacomo war ab Mitte September 2020 geschlossen. Übernachtung in Entracque. Wanderverlängrung etwa 2-3 Stunden.
Etappe 50:
Posto tappa Trinità, Locanda del Sorriso offen nach Bedarf und Wetter. Genug früh anmelden.
Etappe 52/53:
Hotel Arrucador im Aufstieg zum Colle di Tenda ist entgegen der Angabe in Bätzing (2018) jedes Jahr nur saisonal offen.

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Willkommen auf dem wanderweb, maba. Und herzlichen Dank für den schönen Wanderbericht und die Hinweise für die nächste Auflage.

Interessante Variante, der Aufstieg vom Bousset zum Passo della Mena ist noch nicht in der OSM eingzeichnet und eine GPX-Datei war mir bei meiner Recherche letzten Sommer auch nicht untergekommen.
Wenn man dem Bousset weiter nach Süden folgt, dann wäre vor dem Colle delle Sabbione noch das Bivacco Speranza gekommen. Der Weiterweg Richtung Tendapass/Limonetto wäre dann aber kurz über Frankreich gegangen. Die Wahrscheinlichkeit dort jemand Anfang Oktober zu treffen geht eher gegen 0.
Von Casterino wäre für mich der Colle delle Sabbione auch die einfache Lösung gewesen (sowohl Wegebschaffenheit, als auch Schnee), aber mein Knie brauchte etwas Ruhe, weshalb ich zum Refuge Valmasque ging. Die Gite d’Etappe in Casterino hatte mir zwar Übernachtung angeboten, obwohl sie in der ersten Oktoberwoche eigentlich Betriebsferien hatten und durch das Unwetter die Straße nach Ventimiglia weggespült wurde, selbst direkt gegenüber von der Gite fehlt eine Brücke, aber es war mitten am Tag und mir war nicht nach so langer Pause zu Mute. Wollte vor dem nächsten Schnee in Italien sein, war eh schon 2 Tage hinter Zeitplan, weil ich so viel Essen mitgeschleppt hatte, um möglichst unabhängig zu sein.