GTA ab Riva Valdobbio Richtung Süden August 2021

Wir wandern von 8. August bis voraussichtlich Mitte September für mehrere Wochen von Varallo / Riva Valdobbio aus Richtung Süden. Wir werden hier fortlaufend aktuelle Infos einstellen, wenn das Netz es erlaubt :slight_smile:

Varallo: Unser Startpunkt war Varallo. Hier gibt es eine sehr nette Unterkunft, das Dimora Fiorita in der Via Brigate Garibaldi 73. Kann über Booking.com gebucht werden, oder Telefon ±39 335.5284.588. Es liegt etwas versteckt, von der Straße aus muss man einen kleinen Privatweg hineingehen und es gibt nur ein unauffälliges Schild an der Klingel. Schön hergerichtetes altes Haus mit Garten, sehr nette Betreiberin, kein Frühstück.

Bus Varallo-Alagna: Die PDF Fahrpläne im Internet sowohl von Baranzelli als auch von Atap sind unzuverlässig. Sonntag Vormittag fährt nichts, Sonntag Nachmittag (eventuell) ab 16.8. wieder Baranzelli. Wir haben Taxi Roux (ortsansässig) nach Riva Valdobbio genommen, für 50 Euro.
Busfahrkarten kann man auch überregional über die App MyCicero buchen, wobei dort nicht alle Verbindungen enthalten sind und man manchmal mit verschiedenen der vorgeschlagenen Stationsnamen experimentieren muss.

Ende Etappe 7 bis Anfang Etappe 8 Riva Valdobbio nach Peccia: Der Abzweig der GTA von der Straße oberhalb von Riva Valdobbio ist schwer zu finden, da dort neue Wohnhäuser gebaut wurden. Man geht eine private Einfahrt hinauf, am Ende zeigt ein unbeschriftetes Holzschild nach rechts, dem folgt man - haarscharf an einigen privaten Gärten vorbei.
Wir haben den oberen Weg über Seveglio gewählt und fanden ihn sehr schön. Es gibt in einem der Orte ein kleines Museums-Walserhaus. Die Unterkunft in der Baita del Croce fanden wir ausgesprochen nett, die Menschen freundlich und das Essen lecker.

Etappe 8 Peccia bis Rifugio Rivetti: Die bei Bätzing und auch auf der CAI Website angegebene Festnetznummer ±39 15 2476141 hat nicht funktioniert. E-Mail wurde nicht beantwortet, ans Handy ging keiner ran. Schließlich konnten wir per SMS auf die Handynummer +39 334 117 9011 buchen.

Etappe 9 Rifugio Rivetti bis San Giovanni: Die Bewirtschaftung auf dem Abstieg nach Piedicavallo, die bei Bätzing erwähnt wird, scheint es nicht mehr zu geben (wir haben nichts Bewirtschaftetes gesehen). Der Weg ist im unteren Teil durch das Hochwasser vom Oktober 2020 teilweise weggerissen. Es wurden aber Umgehungen angelegt, oder es haben sich „wilde“ Trampelpfade gebildet, die allerdings teilweise sehr schmal und rutschig sind.
Wenn man wie wir den Umweg über die Madonna delle Neve auslassen und direkt von Piedicavallo nach Rosazza gehen will, kann man derzeit nicht den Fußweg auf dem linken Ufer nehmen, da die Brücke in Rosazza weggerissen ist. Man muss auf der Fahrstraße gehen.
Den Ort Rosazza fanden wir sehenswert. Der Mäzen Federico Rosazza hat seinem Heimatort im 19. Jahrhundert zahlreiche Monumente und Gebäude spendiert. Auch an anderen Gebäuden findet man Art Deco- und Jugendstilelemente oder einfach nur fantasievoll-verspielte Gestaltung.

Etappe 10 San Giovanni nach Oropa: Die Straße ist wegen der Erdrutsche für Autos gesperrt, aber für Fußgänger und Radfahrer begehbar. Es ist eine besondere Atmosphäre, auf der stillen und leeren Straße zu wandern.
Knapp 30 min nach dem Start, ca. 15 min hinter dem Ort Bele trifft man auf dem Waldweg auf ein Schild, dass der Weg teilweise abgerutscht und das Begehen gefährlich sei. Das trifft nicht (mehr) zu. Nur einmal muss man ein Bachbett queren und dabei über ein paar Felsblöcke steigen.

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Etappe 11 Oropa nach Rifigio Coda: Das Rifigio / Alberto Savoia in Oropa Sport ist geschlossen, sieht nach einer dauerhaften Schließung aus.
Etappe 12 Rifigio Coda nach Trovinasse: Der erste Teil des Weges ist sehr zugewachsen und schwierig. Der zweite ist ausgeschlagen, vielleicht wird das auch noch fortgeführt. Wir hatten ziemliche Schwierigkeiten und haben bis zum Colle del Lace ca. 3 Stunden gebraucht (andere sind vielleicht schneller).
Etappe 13 Trovinasse - Quincinetto: Wir haben einen Abstecher über Settimo Vittone gemacht, um die Kirche San Lorenzo zu besichtigen. Leider geht das nur sonntags oder mit telefonischer Voranmeldung einen Tag vorher.
Verbindung Turin - Ceresole: Wir haben in Turin pausiert und wollen mit dem Bus nach Ceresole weiter. (Zug bis Rivarolo, dann GTT Linie 5137 bzw. 137). Da es nicht ganz trivial ist, Tickets für die Linee extraurbane (Bus) zu bekommen, hier der Tipp: Auf gtt.to.it unter Biglietti-abonnamenti-biglietti-tariffe extraurbane Start und Ziel eingeben. Dann wird die Anzahl der Zonen berechnet. Auf der App TO Move kann man dann das Ticket mit der entsprechenden Anzahl Zonen kaufen (grüne Tickets = extraurbane)

Gran Paradiso: Unterkunftssituation schwierig. Die Jagdhütte Casa Reale du Caccia sowie das Rifugio Città du Chivasso sind den ganzen Sommer 2021 geschlossen

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Weißt du zufällig, ob die Bahn hoch zur Capanna Renata fährt? Wollte morgen dorthin, der Hüttenwirt vom Rif Rivetti war ach nicht sicher, ob sie fährt.

Capanna Renata ist auf dem Monte Camino, richtig? Da hinauf fuhr vor ein paar Tagen die Bahn. Das ist keine richtige Bahn, sondern ein Korblift, man steht in kleinen Körben.

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Weiter mit Gran Paradiso:

Wegen der schwierigen Unterkunftssituation sind wir einige Tage stationär in Ceresole und wollen von da aus Tagestouren machen
Die Nummer des Posto tappa in Fonti Minerali, die bei Bätzing angegeben ist, stimmt nicht mehr. Neue Nummer: +393477110309.

Ceresole Reale - Colle Nicolet: Der Shuttlebus war überfüllt und hat viele Leute nicht mitgenommen. Offenbar kann man vorab reservieren, einige hatten das getan. Außerdem muss man sich darauf einstellen, dass sowohl der GTT Bus als auch der Shuttle gut 10 min früher als im Fahrplan an den Haltestellen sein können.

Noch zu Ceresole Reale: Der Shuttlebus kann erst ab vier Personen reserviert werden. Auf dem Pian Rosset war es In der dritten Augustwoche sehr voll, es bewegte sich eine Art Ameisenstraße zum Col Leynir. Aber trotzdem sehr lohnend.
Preise: wir waren überrascht dass wir in Fonti Minerali in einem zugegebenermaßen sehr einfachen Mehrbettzimmer für drei Personen und zwei Tage mit Halbpension nur 150 Euro gesamt bezahlt haben. Bin immer noch nicht sicher, ob die sich nicht verrechnet haben.

Noasca / Gran Piano: wir sind von Ceresole in umgekehrter Richtung nach Noasca gelaufen und haben dort die sehr schöne Tagestour zur Casa Reale di Caccia auf dem Grab Piano gemacht. Posto Tappa in Noasca war sehr gemütlich, Kosten mit HP für Erwachsene 55 Euro und Unter 18 35 Euro (außer Weihnachten, Silvester und Ferragosto). Aber Achtung, sie haben Check-in-Zeiten von 16.30 bis 18.30.

Das Refugio Noaschetta war geschlossen (ich weiß nicht, ob nur für die Saison oder länger). Die Casa du Caccia ist jetzt grundsätzlich für Übernachtungen geöffnet, aber Sommer 2021 wegen Covid geschlossen

Wir fanden sehr schön, den westlichen steileren Weg wie im Gran-Paradiso-Führer von Bätzing und Kleider beschrieben, hinaufzusteigen und den flachen, aussichtsreichen Jagdsteig über Sassa im Osten hinunter. Es gibt an einer Stelle eine kleine Baustelle, wo Steinschlagnetze angebracht und ein paar Brückenbretter repariert worden, aber die konnten wir mit etwas Vorsicht gut passieren.

Da bietet sich dann bei gutem Wetter der Höhenweg an (wie zumindest in der ersten Ausgabe von Rother beschrieben), habe mit vielen Fotostops und einer spontanen Gipfelbesteigung aber dann auch fast 3 h gebraucht, laut den Schildern am Weg ist dieser glaube mit 2 h angegeben.

Ceres - Pialpetta
Wir hatten in Turin zu tun und sind deshalb nicht die Etappe Ceresole - Pialpetta gelaufen, sondern mit Bus und Bahn von Turin nach Ceres (Bus-Ersatzverkehr zwischen Turin und Borgaro sowie Germagnano und Ceres) und dann das Val Grande nach Pialpetta hinaufgelaufen. Es dauerte etwa dreieinhalb Stunden und ist eine bequeme, anspruchslose Tour, bei der man einen guten Eindruck von dem Tal und seinen Bewohnern bekommt, von denen viele mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs waren.

Die Zeitangaben auf den Wegweisern sind ziemlich wild und widersprüchlich, besser nicht darauf verlassen.

Achtung, in Pialpetta ist die Adresse des Hotels Setugrino bei Bätzing falsch. Die Via Roma 10 ist die private Villa San Paolo. Nicht erschrecken, das Hotel ist einige Häuser weiter talabwärts.

Etappe 23 Pialpetta - Balme
Auch hier besser die Zeitangaben auf den Wegweisern besser nicht zu ernst nehmen! (Es kommt vor, dass man auf rund hundert Metern Strecke eine Stunde gut macht…)

Die Wege zwischen Alpe Pian del Lago und Alpe Pian Pra sind ziemlich schwer zu finden, daher hier ein paar Tipps:

  • Um an der Alpe Pian del Lago den Weg zu finden, der an der Kreuzung geradeaus nach Süden führt, stellt man sich am besten am den Wegweiser zur Alpe Padric. Etwas unterhalb des Wegweisers steht ein Holzstock mit roten Streifen; dort ist der Einstieg.

  • Bevor man auf diesem Weg zum Abzweig des Weges 234 kommt, gerät man leicht zu weit nach oben, das es hier zahlreiche hangparallele Pfade, darunter auch einen mit (weißer) Markierung gibt. Man ist auf der richtigen Höhe, wenn man auf den Wegweisers zum Weg 234 nach Mondrone trifft. Sonst Ausschau halten, ob man den Wegweiser unter sich sieht und ggf. ein paar Meter absteigen.

  • Bachtal vor der Alpe Vasuera di Sopra: Das Tal ist tief eingeschnitten und schwierig zu queren. Der von Bätzing beschriebene Weg im Bachbett ist nicht mehr zu finden (Bachbett mit Felsbrocken und Gestrüpp gefüllt). Der Weg macht jetzt östlich des Bachbettes eine kleine Zacke (erst nach Südosten, dann nach Südwesten) und quert dann den Bach (so auch auf der Karte Fraternali 8). Dieser Weg ist aber kaum mehr als eine schmale, steile Trittspur, die Querung völlig zugewachsen. Wir haben ihn nicht gefunden. Wir haben deshalb unterhalb von Vasuera di Sopra hangparallel den Bach gequert (dort, wo man laut Bätzing nicht gehen soll) und sind dann wild über die Wiese abgestiegen, bis wir wieder auf die GTA trafen. Erst von der anderen Seite haben wir den Weg gesehen.

Etappe 24 (abgewandelt), Balme- Colle Pasquiet - Lemie

Da der Abstieg vom Colle Fiorita in einem Erfahrungsbericht von 2020 als sehr zugewachsen, schwierig und teilweise gefährlich (weil rutschige, steile Grashänge) beschrieben worden war, haben wir uns für den Abstieg auf Weg 128a nach Lemie entschieden. Das war nur teilweise eine gute Idee. Gefährlich oder besonders schwierig wurde es zwar nie. Der erste Teil war aber nicht so erfreulich, weil es über viele arg zertrampelte Kuhweiden ging, wo der Weg teilweise nur ein einziges Matschloch war. Der Weg auf dem Alpsträßchen hat sich dann wegen des geringen Gefälles etwas gezoge. Dafür hatte man aber beste Möglichkeiten, das wirklich wunderschöne Panorama zu genießen. (Wir sind bis ca. 1400m auf der Straße abgestiegen, das wir den abkürzenden Wegen über die Wiesen nach unserer Erfahrung mit den Almen nicht mehr getraut haben).

Auf ca. 1400m sind wir dem Wegweiser nach Lemie gefolgt, der von der Straße weg auf einen Waldweg führte. Dieser Waldweg traf an seinem Fuß (auf der Fraternali-Karte Punkt 1178, kurz vor dem Übergang über den Bach) auf den Weg 131. Wir haben uns entschieden, dem Weg nicht direkt nach Süden zu folgen, da dort nicht gut markiert war, sondern den Bach zu überqueren und über Villaretti nach Lemie zu laufen. Dieser Weg ist etwas weiter und an kurzen Stellen bröckelig, rutschig und etwas ausgesetzt.

Wie überall in den Lanzo-Tälern wirken die Zeitangaben auf den Wegweisern frei erfunden.

Achtung: Das Albergo Villa Margherita liegt nicht in Lemie selbst, sondern noch ca. 1,5 km tiefer im Ortsteil Villa! Das Albergo war eine echte Überraschung. Das Haus wirkt ein bisschen düster und in die Jahre gekommen und wir haben uns nicht viel erwartet. Das Essen war aber eine Offenbarung. Es gab die größte Vielfalt an Antipasti auf der ganzen bisherigen Tour, wunderbar cremiges Risotto, köstliche Saucen. Die drei älteren Brüder, die es bewirtschaften, haben in den 70er und 80er Jahren etliche Preise gewonnen, die in der Halle aushängen.
Wir waren die einzigen Ausländer und es war einer der wenigen Orte, an denen wir unsere mageren Italienischkenntnisse wirklich gebraucht haben.

Weiter sind wir leider nicht gekommen, da wir unsere Tour unerwartet abbrechen mussten. Der Rocciamelone wartet daher ein anderes Mal auf uns.

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